Reiten

Pferde können sich nur dann unter dem Reiter in Balance bewegen, wenn der Reiter selber in Balance ist. Dazu ist wichtig zu wissen, wie wir etwas tun, nicht nur was wir tun. Wenn uns etwas wehtut und wir uns verspannen, können wir von unserem Pferd nicht erwarten, dass es gelöst und entspannt läuft. Mit der Förderung der Körperwahrnehmung des Reiter und des Pferdes, Körperarbeit mit Pferd und Mensch am Boden oder im Sattel und pferdegerechtem Reiten werden dei Balance und das Zusammenspiel von Pferd und Reiter gefördert und gefestigt.

Wenn wir uns auf psychischer oder physischer Ebene nicht gut fühlen, sollten wir uns dessen auch im Umgang mit unserem Pferd und beim Reiten bewusst sein und unsere Anforderungen an unsere Pferde und uns entsprehcend anpassen. Das kann auch einmal heissen, statt zu reiten das Pferd ausgiebig zu pflegen, spazieren zu gehen, TTouches anzuwenden oder das Pferd einfach auf der Weide/im Paddock zu beobachten.

Mein Hintergrundwissen als Therapeutin und Feldenkrais Lehrerin fliesst in meinen Unterricht mit ein. Der Reiter lernt sich selber, seinen Körper und seine Bewegungsgewohnheiten besser kennen. Haltungs- und Berwegungsgewohnheiten, die wir in unserem Leben auf dem Fussboden haben, zeigen sich auch im Sattel. Darauf reagieren auch unsere Pferde.

Gerade wenn der Reiter auch im Alltag Beschwerden jeglicher Art - zum Beispiel Stress, Migärne, Rücken- oder Kopfschmerzen - hat, ist es hilfreich, den Weg in zu einem Therapeuten auf sich zu nehmen, um unabhängig vom Reiten an den Themen zu arbeiten und Veränderungen herbeizuführen.


Im Januar 2019 habe ich mit der Ausbildung zum Connected Riding® Practitioner bei Peggy Cummings, der Begründerin des Connected Riding, begonnen. Im Connected Riding lernt der Reiter, sich auszubalancieren und das Pferd so zu arbeiten, dass es sich selber besser trägt, sein Gewicht auf alle 4 Beine verteilt, den Widerrist und Rücken anhebt und ausbalanciert über den Rücken geht. Dies wird mittels spezifischer Bodenarbeit und Reittechniken erreicht. Durch Connected Riding wird das Pferd auf eine die Gesundheit erhaltende und unterstützende Art gearbeitet und dadurch auch die Sicherheit gefördert. Ein Pferd, das ausbalanciert gearbeitet wird, stolpert zum Beispiel weniger.

Peggy Cummings hat neben klassischem Reitunterricht Centered Riding® bei Sally Swift und Tellington TTouch® bei Linda Tellington-Jones gelenrt. Sie hat viel Erfahrungen in der Feldenkrais Methode® und Alexander Technik gesammelt und aus all diesem Wissen ihren eigenen Unterrichtsstil entwickelt, den sie an verschiedenen Orten auf der Welt unterrichtet. Die Bodenarbeit, bei der das Pferd unter anderem lernt, Genick und Hals loszulassen, den Widerrist zu heben, die Hinterhand zu aktivieren und sich korrekt zu biegen, ist ein genauso wichtiger Bestandteil wie das Reiten. Mit der Bodenarbeit wird das Pferd aufgewärmt und die Hinterhand aktiviert, bevor das Reitergewicht dazu kommt. Der Reiter lernt, sich und seine Haltung zu reflektieren und auszubalancieren, um dann in Balance und "Connection" zu reiten. Beim Reiten geht es darum, die Balance in der Bewegung immer wieder zu finden, um das Pferd darin zu unterstützen, dass es sich in Balance, mit einem losgelassenen Rücken und Genick und aktiver Hinterhand bewegt.